MUSIKMÄRCHEN
UND
TANZPERFORMANCE
Aus dem Ich ein Wir machen
Das Musikmärchen „Hände” begeisterte das Publikum im Anthroposophischen Zentrum
Von Steve Kuberczyk - Stein
Kassel. Brücken bauen - damit aus dem „Ich” ein „Wir”, aus Vorurteilen Toleranz und aus dem Gegeneinander ein Miteinander wird. Welche Geste, ob symbolisch oder tatsächlich vollzogen, könnte das besser illustrieren, als sich die Hände zu reichen? Welch schöner Leitgedanke, der sich am Freitagabend im Anthroposophischen Zentrum wie ein roter Faden durch das Musikmärchen „Hände” (Text und Idee: Dieter Nickel) zog.
Etwa 60 Mitwirkende jeden Alters und unterschiedlicher kultureller Herkunft waren es, die diese Botschaft zum Leuchten brachten. Kleine Tanzmäuse, akrobatische Breakdancer, varietereiche Balljongleure, anmutige klassische Balletttänzer (Choreographie: Ulrike Matzel) - um nur einige Perlen in der Kette zu nennen - ließen zu gefühlvollen Rockballaden (Deutschrockband Sana), feurigem Rock'n 'Roll (Brigitte Santos) und fantasievoll nuancierten Folk-Jazz-Klängen (Johan de Wit) Hände als Symbol künstlerischer und kultureller Vielfalt kreisen. Auf diese Weise machten Sie deutlich, welch kreatives und gefühlvolles Potenzial in ihnen steckt.
Eingerahmt wurde das bunte Bühnengeschehen in eine Märchenhandlung, die, wie sich das für das Thema des Abends gehörte, von einem Handwerker (Sonderlob für Dietrich Köcher) auf originelle Weise erzählt wurde. Eigentlich war er ja nur für einen Reparaturauftrag in den Theatersaal gekommen.
Handwerker erzählte
Doch da er wider Erwarten ("Was machen Sie denn hier?") einen gut besetzten Zuschauerraum vorfindet, beginnt er, dem Publikum ein Märchen zu erzählen: Einem Königssohn war die Zukunft abhanden gekommen. Der Grund: Kontakte und Berührungen fehlten ihm. Denn seiner Zukunft muß man entgegensehen.
Für die begeisterte Resonanz sorgten die Besucher dann ebenfalls themengerecht mit ihren Händen: lautstarker Applaus.
HNA - Artikel vom Montag, 10. September 2007
17.12.2011: