Liebe auf Umwegen
Schule für darstellende Kunst spielt Shakespeare
Von Steve Kuberczyk-Stein
Kassel. William Shakespeare blickte stets mit Ironie auf das ewig launige Auf und Ab des Liebesbarometers. Auch in seiner Komödie "Viel Lärm um nichts" (1597-1599) geht es um Liebe, Intrige und Verleumdung. Die Schauspielschüler des zweiten und vierten Semesters der Kasseler Schule für darstellende Kunst spielten die Komödie (Szenische Einstudierung: Benedikt Lux, Nina Rühlmann, Christian Sprecher) zum Abschluß des Schuljahres. Sehr zur Freude der 400 Besucher im Anthroposophischen Zentrum.
Bei diesem Stück darf die Liebe triumphieren, wenngleich auf Umwegen. Doch bis die zwei Liebespaare zusammenfinden, muß ordentlich Werbung gemacht werden.
Nach glaubhafter Einflüsterung werden aus Benedikt (Felix Kramer mit viel komischem Talent) und Beatrice (Caroline Jöckel, überzeugend als Kratzbürste), die sich nicht sonderlich mögen, ein Paar, und aus dem Liebesgezwitscher zwischen Claudio (Michael Rautenberg) und Hero (Sophie Schabarum, anmutig) eine Verleumdungskampagne, die aber durch die verwirrten Amtmänner Holzapfel (Anna Waldmann) und Schlehwein (Verena Pophanken) enttarnt wird.
Die Stückauswahl war ein Volltreffer, die detailverliebte Inszenierung ebenfalls. Sogleich stach die stilechte garderobe ins Auge. Großes Lob auch für die spektakulären Fechtduelle (Choreographie Ulrike Matzel).
Die weiblichen Darsteller zeigten durchweg eine starke Leistung. Lob auch für die männlichen Vertreter, die jedoch bei Präsenz und Sprachverständlichkeit kleine Pausen nahmen.
HNA - Artikel vom Donnerstag, 24. Juni 2010
17.12.2011: